← Alle Magazinartikel
Buchproduktion7 Minuten Lesezeit

Welcher Export passt wozu? Cover, EPUB und vier PDF-Varianten im Überblick

Vom KDP-Upload bis zum Rezensionsexemplar: Skriptorium erstellt unterschiedliche Dateien für Druck, E-Book, Bildschirm und Buchmarketing.

Ein Buchprojekt braucht selten nur eine einzige Datei. Der Druckdienstleister erwartet andere Daten als ein E-Reader, Testleser benötigen nicht immer das vollständige Produktionsdokument und ein Rezensionsexemplar hat eine andere Aufgabe als eine öffentliche Leseprobe. Deshalb bietet Skriptorium mehrere Exporte, die auf unterschiedliche Momente der Buchproduktion zugeschnitten sind.

Die wichtigste Entscheidung lautet nicht: „Welches Format ist das beste?“ Sondern: „Für wen ist die Datei bestimmt und was soll diese Person damit tun?“ Wer den Einsatzzweck zuerst klärt, vermeidet unnötig große Dateien, falsche Uploads und Missverständnisse bei der Weitergabe.

Cover-PDF: der vollständige Umschlag für den Druck

Das Cover-PDF enthält Rückseite, Buchrücken und Vorderseite als zusammenhängenden Umschlag. Seine Maße ergeben sich aus Buchformat, Beschnitt, Papier und der tatsächlichen Seitenzahl des Innenteils. Ändert sich die Seitenzahl, verändert sich möglicherweise auch die Rückenbreite. Deshalb sollte das Cover erst nach dem finalen Druck-PDF abschließend exportiert werden.

Für Taschenbücher kann Skriptorium das berechnete Cover-PDF direkt erzeugen. Hardcover benötigen zusätzliche, marktplatzspezifische Maße für Einschlag, Falz und Gelenk. In diesem Fall führt der Cover-Editor zum KDP-Coverrechner und zur passenden Vorlage, statt eine technisch irreführende Datei auszugeben.

EPUB: die flexible Ausgabe für E-Reader

Das EPUB ist für digitale Bücher und insbesondere die Kindle-Ausgabe gedacht. Anders als eine PDF-Datei besitzt es keine unveränderlichen Papierseiten. Leser können Schriftgröße, Zeilenabstand und Darstellung an ihr Gerät anpassen. Kapitel, Inhaltsverzeichnis, Bilder, Cover und Metadaten werden dafür als strukturierte E-Book-Datei zusammengeführt.

Ein EPUB sollte im Kindle Previewer auf verschiedenen Gerätegrößen geprüft werden. Was auf einem großen Tablet gut wirkt, muss auch auf einem kleinen E-Reader verständlich bleiben. Aufwendige Seitengestaltung aus dem Drucksatz lässt sich nicht immer eins zu eins übertragen – und soll es häufig auch nicht.

Druck-PDF: der Buchblock für KDP und die Druckprüfung

Das Druck-PDF ist der gesetzte Innenteil des Buches ohne Umschlag. Es berücksichtigt das gewählte Buchformat, Satzspiegel, Bund- und Außenränder, Beschnitt, Kapitelanfänge, Seitenzahlen sowie gegebenenfalls automatisch eingefügte Leerseiten. Schriften werden eingebettet und Bilder für die Druckausgabe vorbereitet.

Dieses PDF ist für den Upload des Buchblocks bei KDP vorgesehen. Prüfe es trotzdem vor der Veröffentlichung im KDP Print Previewer und möglichst zusätzlich als gedrucktes Probeexemplar. Das Druck-PDF ist die maßgebliche Grundlage für die endgültige Seitenzahl und damit auch für Rückenbreite, Produktionskosten und Covermaße.

Screen-PDF: das vollständige Buch für den Bildschirm

Das Screen-PDF verbindet Cover, Buchinhalt und Rückseite zu einer gut weitergebbaren Bildschirmfassung. Bilder werden kompakter aufbereitet und druckbedingte Leerseiten werden nicht erzwungen. Gleichzeitig bleibt die gewählte Gestaltung des Manuskripts erkennbar.

Diese Variante eignet sich für die Lektüre am Computer oder Tablet, für interne Abstimmungen und für Personen, die das vollständige Buch sehen sollen, aber keine Produktionsdatei für den Druck benötigen. Sie ist kleiner und bequemer zu handhaben als das Druck-PDF, ersetzt jedoch nicht dessen technische Prüfung.

Leseprobe-PDF: ein kontrollierter Einblick

Die Leseprobe-PDF ist für Buchmarketing, Vorabansichten und eine begrenzte Weitergabe gedacht. Sie enthält das Cover, das Inhaltsverzeichnis, bis zu zehn Inhaltsseiten sowie eine Hinweis- und Rückseite. So entsteht ein zusammenhängender Eindruck, ohne das gesamte Buch offenzulegen.

Eine gute Leseprobe muss nicht möglichst viel verraten. Sie sollte schnell zeigen, welches Thema, welche Stimme und welcher Nutzen die vollständige Ausgabe prägen. Hinterlegte Produktlinks und Ausgaben können Leser anschließend gezielt zum Buch führen.

Rezensionsexemplar: klar gekennzeichnet für Verlag und Presse

Das Rezensionsexemplar entspricht in seinem Satz dem Druck-PDF. Zusätzlich erhält jede Inhaltsseite einen roten Hinweis mit dem angegebenen Verlag und Datum. Damit ist auf den ersten Blick erkennbar, dass die Datei für eine redaktionelle Vorabprüfung oder Rezension bestimmt ist.

Nutze diese Variante für Presse, Medienpartner oder andere ausgewählte Empfänger, die das vollständige Buch vorab beurteilen sollen. Sie ist bewusst gekennzeichnet und daher nicht die Datei, die später als regulärer Buchblock bei KDP hochgeladen wird.

Ein Projekt, mehrere passende Ausgaben

In einer typischen Schlussphase entsteht zuerst das Druck-PDF. Nach seiner Prüfung und der bestätigten Seitenzahl folgt das Cover-PDF. EPUB und Screen-PDF bedienen die digitalen Ausgaben, während Leseprobe und Rezensionsexemplar die Kommunikation vor und rund um die Veröffentlichung unterstützen.

Nicht jedes Buch braucht jeden Export. Entscheidend ist, dass du für einen konkreten Zweck die passende Datei verwendest und jede Ausgabe in ihrem späteren Lesekontext kontrollierst.

Wir arbeiten laufend an weiteren sinnvollen Exportformaten und freuen uns über dein Feedback. Welche Datei würde deinen Buchprozess vereinfachen? Welche Übergabe an Lektorat, Druck, Handel oder Leserschaft fehlt dir noch? Rückmeldungen aus echten Projekten helfen uns, Skriptorium dort weiterzuentwickeln, wo ein zusätzliches Format wirklich Arbeit spart.